Erweiterung und Umbau

Bahnhof Bünde

Das historisch gewachsene Bahnhofsgebäude besteht aus zwei markanten Giebelhäusern mit einem verbindenden Mittelbau und weiteren Anbauten an den beiden Gebäudestirnseiten.

Trotz baulicher und funktionaler Mängel hat das alte Gebäudeensemble „Bahnhof Bünde“ eine hohe identifikationsprägende Wirkung für die Zigarrenstadt und das Bahnhofsareal im Speziellen.

Aus diesem Grund sollte die bestehende historische Gebäudesilhouette zwingend erhalten bleiben, wobei die Zwischenbauten durch moderne transluzente Bauten ersetzt werden.

Die funktionale Nutzungen innerhalb sind bewusst nur erdgeschossig und somit barrierefrei angeordnet. Hierfür wurde das Bestandsgebäude entkernt und die Geschossdecken entfernt. Dadurch entstand ein eindrucksvolles Gebäudeinneres, welches ein spannungsvolles Raumgefühl für den Backshop auf der einen und das Reisebüro auf der anderen Seite erwirkt.

Die Erschließung erfolgt über den zentralen neuen Haupteingang, wobei der Höhenunterschied zwischen Bestandsgebäude und Straße durch eine neue Treppen/Rampenanlage erfolgt. Zur Akzentuierung des Eingangs wird das Gebäude im Bereich der Verbindung Straße/Bahngleis überhöht und bildet eine Torsituation als Eingangs- und Ausgangsgeste aus.

Die Backsteinfassade der Bestandsgebäude wurden saniert, um die quartierstypische historische Klinkerfassade wieder zu aktivieren. Die Fassade des Neubaus besteht im Wesentlichen aus einer Cortenstahlfassade, die mit dem bestehenden Klinker der Bestandsgebäude harmoniert und einen materialhaften Bezug zum Thema Eisenbahn herstellt. In Teilbereichen hat die Cortenstahlfassade eine semitransparente, gelochte Oberfläche erhalten, um die dahinter liegenden Nutzflächen atmosphärisch zu belichten.

Die Neubauteile werden konventionell mit einer mineralischen Außendämmung versehen und mit Stahlblechen bekleidet.

Entwurfsverfasser: BKS Architekten LP1-8
Fotos: Ralf Buscher